Der Weltraum, unendliche Weiten – Teil 4

SCHWESTER RATCHED

Es fehlte ihm also jeder Kontakt zu Gleichaltrigen bis ihn eines Tages dieses Mädchen mit den roten Haaren aus dem gelben Haus gegenüber entdeckte. Ihr Vater war Schreiner und hatte seine Werkstatt im Hof. Er war ihm unheimlich mit seinem grauen Kittel und seinem gebückten Gang. Ebenso verschreckte ihn ihre Mutter, eine riesige Frau mit gigantischem Busen, der ihm nur selten aus der Perspektive eines 5-jährigen freien Blick auf ihr Gesicht ermöglichte. Irgendetwas stimmte hier nicht in diesem Haus. Beide Eltern soviel älter als seine Eltern und immer zu Hause, das Haus groß mit vielen Türen bei denen er nie herausfand was sich dahinter verbarg. Diese Familie hatte etwas zu verbergen, das war klar. Tochter Anke sollte es also sein, die seinen Alltag zwischen älteren Frauen einen neuen Schwung geben sollte.
Anke schien die meiste Zeit ihrer Kindheit hinter dem Küchenfenster zu verbringen. Wenn sie Thomas im Vorgarten gegenüber entdeckte brüllte sie aus dem Fenster :”THOOOOmas, komm zu mir!” Damit sie endlich aufhörte, ging er also rüber, schnell vorbei an dem mürrischen Alten. Und dann spielten sie unter der Aufsicht von Schwester Ratched, ihrer Mutter. Er könnte mit seinen gerade mal fünf Jahren Ihrer roten Prinzessin ja etwas antun, gewaltbereit wie er war, oder was?
Irgendwie bekam sie nicht genug von ihm und so war er immer öfter drüben in diesem geheimnisvollen Haus.
Auch später waren es oft die Menschen, die im Sportunterricht bei der Mannschaftsauswahl übrigblieben, die seine Nähe suchten.